DER KUNDENKNIGGE

Täglich nehmen tausende Kund*innen die Dienstleistungen von Sexarbeiter*innen in Anspruch, sei es bei Escorts oder in Bordellen. Doch nicht immer kennen alle diese Menschen dabei die Grundregeln der fairen Kommunikation und Zusammenarbeit. Kaufmich.com hat sich diesem Thema angenommen und als größte Community für Sex Worker die wichtigsten Grundregeln zusammengestellt. Dieser Knigge dient dazu, die Kontaktaufnahme zu erleichtern und die Arbeitsbedingungen von Escorts zu verbessern. Und er beantwortet auch Fragen derer, die das erste Mal auf dieser Spielwiese Kontakt suchen.

Escort umfasst sehr viel

Intimität, Kommunikation, persönlicher Austausch: Vertrauen bildet die Grundlage dieser höchst persönlichen Form einer Dienstleistung und muss, anders als in privaten Beziehungen, in kurzer Zeit zwischen selbstständigen Escorts und Kund*innen aufgebaut werden. So können Escorts sicherer und unbeschwerter ihren Job machen. Es gibt verschiedene Arten sexueller Dienstleistungen, die sich nach Ort, sexuellen Services, Preis und Dauer unterscheiden und selbstverständlich sind alle Escorts individuell und definieren eigene Grenzen, die nicht verhandelbar und zu respektieren sind. Das Wohlgefühl von Escorts im Vorfeld und bei einem Date mit neuen Kund*innen hängt im Wesentlichen von der berühmten Chemie ab und einem Gefühl von Sicherheit. Dazu werden gemeinsam Absprachen getroffen, an denen beide Seiten mitwirken. Weiterhin gibt es unausgesprochene Regeln, die ein Treffen maßgeblich beeinflussen.

Regeln, Recht und Gesetz rund um die Spielwiese

Wer Escorts empfängt oder besucht, sollte sich im Voraus immer über die rechtlichen Gepflogenheiten, die in der Stadt oder am Ort des Geschehens gelten, informieren. Zum Beispiel gibt es in vielen Städten Sperrbezirksverordnungen, die wie etwa in München den Besuch von Escorts im Hotel, das sich in der Sperrbezirkszone befindet, strafbar macht. Deutschlandweit gilt zudem das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG), wonach eine Kondompflicht herrscht. Entsprechenden Fragen nach ungeschütztem Sex im Vorfeld eines Dates bleiben unbeantwortet, denn keine Sexarbeiter*in möchte sich strafbar machen. Und ja, es gibt Kontrollbehörden, die dies auf ihre Weise regelmäßig überprüfen.

Respekt, Wertschätzung, Vertrauen

Höflich und Respekt sind bei der ersten Kontaktaufnahme die beste Voraussetzung, ob schriftlich oder am Telefon. Eine Escort-Kunden-Beziehung beruht auf Vertrauen. Erfahrene Escorts wissen auch mit unerfahrenen Kunden umzugehen. Wünsche, aber auch Dinge, die nicht gemocht werden, sollten im Vorfeld klar angesprochen werden. Verantwortungsbewusste Escorts werden Unsicherheiten verstehen und dafür Verständnis haben und Fragen im Vorfeld des Dates gerne beantworten. Es ist nicht zu empfehlen, nach Services zu fragen, die Escorts als Tabus angeben, um ihre Grenzen auszutesten. Im Regelfall ist der Service aller Escorts selbstständig definiert. Erotische Telefongespräche oder Dirty-Talk können Teil des Service sein, haben aber im Vorgespräch nichts verloren.

 

Let’s talk about Money

Geld ist kein Tabu, sondern etwas, worüber man sprechen muss. Die finanzielle Seite sollte also im Vorfeld eindeutig geklärt werden. Lästige Nachverhandlungen bei einem Date sollten vermieden werden, sie belasten die Atmosphäre unnötig. Üblicherweise zahlen Kund*innen bei Date Beginn die abgesprochene Summe. So hat man das Finanzielle geregelt und kann sich ganz dem Lustgewinn hingeben. Die abgesprochene Summe sollte vor dem Date deshalb unaufgefordert überreicht werden, damit die Escorts Deiner Wahl nicht extra nachfragen müssen.

Alles frisch?

Noch einmal etwas Selbstverständliches, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Ein gepflegtes Aussehen und Hygiene. Darüber freuen sich alle Escorts.

Drogen und Alkohol während eines Escort-Dates

Keine Erziehungsmaßnahme – wir raten zu Vorsicht: Drogen und Alkohol nehmen zwar die Hemmungen, aber auch das Stehvermögen und schränken die Aufmerksamkeit ein. Dies kann für Kunden und Escorts sehr anstrengend und frustrierend sein. Alkohol kann Aggressionen auslösen. Daher sollten Kunden lieber vor und während eines Dates auf den Konsum von Alkohol und Drogen verzichten

Fantasie trifft Wirklichkeit

Übertragen Escorts Krankheiten? Diese Frage steht häufig in Zusammenhang mit Anbieter*innen sexueller Dienstleistungen im Raum. Zur Übertragung von Krankheiten gehören immer zwei Personen. Wer immer Safer Sex treibt, trägt ein geringes Krankheitsrisiko, dies gilt für Kund*innen wie Escorts. Das Krankheits- und damit das Übertragungsrisiko steigen mit tabulosen Diensten und einem mangelnden Bewusstsein dafür, welche Folgen sexuelle Praktiken ohne Gummi haben können.

SCHUTZ: Nicht erschrecken, es gibt sie in vielen bunten Farben und sie tun auch nicht weh.

Kondome?! Sie dienen der Gesundheit aller Beteiligter. Escorts haben sie in ihrem Schatzkästlein in vielen Größen vorrätig… dicke, dünne, Kunden brauchen also kein Gummi zur Begrüßung mitbringen. Und immer dran denken, auch wenn der Verstand in die Hose plumpst: Gummis schützen vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. AO-Anfragen, also Alles-Ohne-Gummi, sind üblicherweise bei den Escorts unerwünscht, ob Dating oder bezahlter Sex. Ein Vergnügen sollte kein schlechtes Nachspiel haben oder gar ein Selbstmord-Kommando sein.

Escorts, Kund*innen und ihr Privatleben: Fragen, die keiner braucht

Haben Escorts Freunde und Partner*innen? Diese Frage liest man häufig in einschlägigen Foren. Üblicherweise haben Escorts Freunde und Familie wie alle anderen Menschen auch, manche sind Singles, andere sind verheiratet, einige haben Kinder. Viele gehen noch einem anderen Beruf in Voll- oder Teilzeit nach oder sind in der Ausbildung bzw. studieren.

Auch deshalb bevorzugen viele Escorts flexible Arbeitszeiten, die sie mit ihrem Privatleben abstimmen können und passen ihre Zeiten und Arbeitsorte entsprechend an. Die meisten Escorts möchten während eines Dates nicht nach dem Privatleben, z.B. auch nicht nach dem richtigen Namen gefragt werden, daher sind solche Fragen tabu, genauso, wie die Frage, warum Escorts diesen Job ausüben.

Sieh es sportlich: Porno trifft Echtzeit – ein Klassiker

Setze Dich nicht unter Leistungsdruck. Sex ist kein Marathon, ein Date bedeutet Vergnügen, idealerweise für beide Seiten, Kunde*in wie Escort. Sexuell erfahrene Kund*innen, die regelmäßig Escorts treffen, kennen den Unterschied zwischen Pornofilm und einem realen Treffen. Leider gibt es Erfahrungen, die zeigen, dass bezahlter Sex manchmal mit Pornofilmen verwechselt wird. Manche Escorts bieten eine Porno-Erfahrung an, eine Umschreibung und Indiz, dass es nicht die Girlfriend-Erfahrung und zärtlich kuscheln ist, die sie bevorzugen.

Stay Cool, Romantik ist fehl am Platze

Dünnes Eis und warum man besser nicht einbrechen sollte. Ein schwieriges Thema. Geschäft ist Geschäft und hat nichts mit einer Liebesbeziehung in einer Partnerschaft zu tun. Dies klingt zwar unromantisch, aber die Wahrheit ist, dass bezahlter Sex dem Gelderwerb dient und idealerweise dem „ungetrübten“ Spaß ohne Verpflichtungen und ohne gegenseitige Ansprüche. Daher hat die größte Community für Sexarbeiter*innen und Kund*innen in Deutschland auch als Namen Kaufmich gewählt, um deutlich zu machen, dass es keine private Dating-Plattform ist, wo man sich Freund*innen oder Lebenspartner*innen sucht, sondern es sich hier um das älteste Gewerbe der Welt handelt.

ACHTSAMKEIT: Was Kunde*in tun können, wenn sie auf Escorts in Not treffen

Eine sehr wichtige Info: Wenn Kunde*innen die Erfahrung machen, dass Escorts nicht freiwillig arbeiten, sondern unter dem Einfluss von Zwang, Gewalt oder Einschüchterung, dann dürfen sie das nicht ignorieren. Sie sollten dann mit den Escorts sprechen, bei Sprachproblemen mit Händen und Füßen, und sei es nur, um den Verdacht auszuschließen. Körperliche Merkmale wie blaue Flecken können auch aus Rollenspielen und unverdächtigen Unfällen herrühren, Lustlosigkeit und Passivität aufgrund von Müdigkeit oder Überarbeitung. Idealerweise sollte sich in einer gemeinsamen Sprache darüber verständigt werden, um Zweifel zu beseitigen oder Sicherheit zu erlangen, dass sie Opfer eines Verbrechens sind. Kunden machen sich unweigerlich mitschuldig und verlängern das Leiden, wenn sie wegschauen und es nicht zur (anonymen) Anzeige bringen.

Ein Nachwort

Die meisten Kund*innen sexueller Dienstleistungen beherzigen die genannten Vorgehensweisen und benötigen keine Ratschläge und Hinweise, da es für sie selbstverständlich ist, Escorts mit Respekt und Wertschätzung gegenüberzutreten. Kaufmich möchte jedoch, dass dieser Codex jeden erreicht, auch sexuell unerfahrene Kund*innen und solche, die bislang kaum oder keine Erfahrung im Umgang mit Escorts und mit der Kontaktaufnahme haben. Dies erleichtert den Umgang miteinander und schafft ein Bewusstsein für die speziellen Umstände in diesem besonderen Job. Sicherheit, Vertrauen und Schutz sind das kleine Einmal-Eins für den Umgang mit Escorts, aber auch mit sich selbst und mit sexuellen Dienstleistungen.

https://www.kaufmich.com/magazin/community/der-kaufmich-kunden-knigge/

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