X HAMSTER IM VISIER

Während Pornhub weltweit unter großem Druck steht und regelmäßig in die Kritik gerät, blieb einer seiner größten Konkurrenten weitestgehend unbehelligt. Das aber könnte sich jetzt ändern. Die deutsche Kommission zum Schutz von Minderjährigen in den Medien gab bekannt, dass die Behörden versuchen, die beliebte Plattform xHamster für Zugriffe aus Deutschland zu sperren.

Deutsche Behörden machen sich daran, xHamster vor den Augen seiner deutschen Kunden zu sperren. Sie wollen Hosting-Dienste dazu zwingen, jeglichen Traffic zu der beliebten Adult-Plattform zu verbieten, die durch echte Amateurbeiträge und eine sehr aktive Community groß geworden ist.

Die Landesanstalt des Landes Nordrhein-Westfalen hat Pornoportale wie PornHub bereits vor einem Jahr abgemahnt: Entweder sie etablieren Maßnahmen zum Jugendschutz nach deutschen Standards oder ihnen droht eine Sperrung aus dem deutschen Internet.

Aus diesem Grund sind am Verwaltungsgericht Düsseldorf mehrere Verfahren anhängig, mit denen sich die betroffenen Anbieter gegen dieses deutsche Vorgehen wehren wollten. Die Anbieter sehen sich ungerechtfertigt benachteiligt und bedroht. Nach Angaben der Unternehmen erfüllen sie bereits heute die deutschen Vorgaben. Sie kennzeichnen ihre Webseiten so, dass Eltern die Angebote auf für Kinder zugänglichen Geräten sperren können.

In Deutschland verfolgt der Gesetzgeber jedoch den gegenteiligen Ansatz: Als jugendgefährdend eingestufte Portale sollen nur zugänglich sein, wenn die Volljährigkeit der Nutzer nachgewiesen ist. Tobias Schmid, der Direktor der Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen, hat wenig Geduld mit den Argumenten der Branche. »Letztlich ist es doch ganz einfach: Wer mit Pornografie auf dem deutschen Markt Geld verdienen will, muss sich an die deutschen Gesetze halten.«

Im Fall von xHamster hat die Landesmedienanstalt nun den Hosting-Provider des Unternehmens ausfindig gemacht. Da viele pornographische Anbieter ihre IT-Infrastruktur mit Hilfe von Cloud-Diensten tarnen, war dies mit einigem Aufwand verbunden. Nun hat der Provider unangenehme Post über seinen Kunden xHamster erhalten und wird aufgefordert, den Traffic zur Seite zu sperren.

Bislang gibt es von xHamster keine Stellungnahme zu den Vorgängen. Inwieweit die Inhalte des Unternehmens für deutsche Verbraucher zugänglich bleiben, scheint daher noch unklar.

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