ERBSTREITIGKEITEN

Vor etwa einem Jahr starb der legendäre Gründer des Hustler Magazins, Larry Flynt. Unter seinen Hinterbliebenen scheint nun ein erbitterter Streit um das Erbe entfacht. Sein Bruder und ehemaliger Geschäftspartner Jimmy Ray Flynt klagt gegen vor einem kalifornischen Gericht, da er seiner Meinung nach zu Unrecht vom Erbe ausgeschlossen wurde.

Der einstige Mitgründer des Erotikimperiums Hustler, Jimmy Ray Flynt, verklagt die Erbengemeinschaft des im Alter von 78 Jahren verstorbenen Medienunternehmers Larry Flynts. Nachdem er sich mit seinem Bruder 2009 zerstritten hatte, schloss Larry Flynt seinen Bruder von seinem Erbe aus und führte den Konzern allein weiter.

Larry Flynt war bereits zu Lebzeiten eine Legende. Seit er mehrere Prozesse gegen sein Magazin öffentlichkeitswirksam gewonnen hatte und somit ein für alle mal geklärt wurde, dass Meinungsfreiheit durch die unseligen Obszönitätsgesetze der USA nicht einzuschränken ist, war Flynt ein Star, auch in linksalternativen und Künstlerkreisen bewundert. Nach einem Attentat durch den Serienmörder Joseph P. Franklins war Flynt zeitlebens auf einen Rollstuhl angewiesen.

Endgültig unsterblich wurde Flynt 1996, als Meisterregisseur Miloš Forman das Leben des Erotikunternehmers verfilmte. In späteren Jahren wurde Flynt geschäftlich auch im Glücksspielgeschäft und durch eine Kooperation mit Déjà Vu auch im stationären Erotikeinzelhandel tätig und konnte so sein Hustler-Imperium trotz Digitalisierung und Printsterben anders als Playboy-Gründer Hugh Hefner stets profitabel halten. Heute wird die Mediengruppe von seiner Witwe Liz Flynt geführt.

Larrys Bruder will nun einen Anteil aus dem Vermögen der Branchenlegende für sich sichern und hat an einem kalifornischen Bezirksgericht Klage eingereicht. Darin fordert er die Hälfte eines Trust, der 1988 gegründet wurde und dem Hustler Enterprise und auch mehreren andere Besitztümer gehören. Gegnerin der Klageschrift ist Liz Flynt, die fünfte Frau Larry Flynts, die den Löwenanteil des Erbes erhalten hat. Inisgesamt dürfte das verbliebene Imperium 500 Millionen Dollar wert sein.

Jimmy Flynt behauptet, dass sein Bruder mehrere Versprechen gebrochen hat, die sich auf das Erbe der Holding beziehen. In der Klage heißt es, »Larry hat sich entschieden, Hustler Enterprise zur Gänze seiner fünften Frau zu hinterlassen, während er dabei unrechtmäßiger und unfairer Weise seinen Bruder ausschloss«.

Weiter heißt es, dass Jimmy und Larry den ersten Hustler Club in den 60er Jahren in Ohio gemeinsam eröffnet haben und dies der Kern für eine ganze Kette von Stripclubs war, zu deren Bewerbung das Hustler Magazin aus der Taufe gehoben wurde. Irgendwann wurde das Magazin und der Hauptsitz der Gruppe nach Los Angeles verlegt.

Die Klageschrift betont die Bedeutung Jimmys für den Aufbau und den Erfolg der Hustler-Gruppe,  »Ohne Jimmy hätte es in den frühen 1970er Jahren keine Hustler Clubs gegeben. Ohne Jimmy hätte es weder den Hustler-Newsletter noch das Hustler-Magazin gegeben. Ohne Jimmy hätte es keine Jackie-O.-Fotos gegeben und ohne Jimmy wäre das Hustler-Magazin nicht erfolgreich gewesen.«

Zwar sei es 2009 zu einem Streit gekommen, bei dem Jimmy aus dem Unternehmen ausgeschlossen wurde, dieser sei aber, so die Klageschrift, späterhin wieder beigelegt worden. Laut Angaben Jimmys habe Larry ihm versprochen, ihn im Erbe wieder entsprechend zu berücksichtigen, was nicht geschehen ist.

larry flint

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