JAPAN VERNACHLÄSSIGT EROTIK

Die japanische Zeitung The Mainichi berichtet, dass die Erotikbranche von Hilfeleistungen der Regierung ausgeschlossen bleibt. Auch Clubs und Bars sollen offenbar den Auswirkungen der Coronakrise ungeschützt überlassen bleiben. Millionen von Menschen stehen in Japan vor dem Ruin.

In Japan schließt die Regierung derzeit Sexarbeiter und Erotikunternehmen systematisch von Hilfsmaßnahmen aus, die die Folgen des ökonomischen Ausfalls lindern sollen, der durch die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus entsteht. Ein harter Schlag, der einer Vernichtung der Existenz gleichkommt.

Japanisches Hilfsprogramm lässt Erotikbranche im Regen stehen

Das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales hält die gesamte Branche wie auch Nachtclubs und Bars öffentlicher Mittel »unwürdig« seien. Die Schließung der Schulen und Ausgehbeschränkungen sorgen aber auch in Japan für unauflösbare Probleme. Kinderbetreuung, ausfallende Einnahmen, weiterlaufende Kosten. Ohne Zuwendung vom Staat stehen die meisten Betroffenen vorm wirtschaftlichen Aus.

Die Regierung hat dafür eigentlich wie in anderen Ländern ein stattliches Stützungsprogramm beschlossen. Unternehmen erhalten etwas über 8000 Yen pro Tag für jeden Mitarbeiter, der aufgrund von mangelnder Kinderbetreuung nicht zur Arbeit kommen kann. Selbständige erhalten etwas über 4000 Yen pro Tag. Ausgenommen von dieser Maßnahme sind nicht nur Vertreter der Erotikbranche, sondern auch Gastronomen und Mitglieder der Unterhaltungsbranche insgesamt.

Keine öffentlichen Gelder fürs Nachtleben

Im Interview mit Mainichi Japan sagt ein Vertreter des Ministeriums: »Hierbei geht es nicht nur um das spezielle Hilfsprogramm, sondern um alle Zuwendungen in Bezug auf ausfallendes Einkommen, Menschen in diesen Berufen und Branchen sind hiervon ausgeschlossen. Wir haben entschieden, dass es nicht angemessen wäre, öffentliche Mittel für solche Betriebe zur Verfügung zu stellen, selbst, wenn sie eine Genehmigung dafür haben.«

Offenbar fürchtet das Ministerium unter der Führung von Katsunobu Kato, dass Hilfsleistungen an Betriebe fließen könnten, die dem organisierten Verbrechen zuzurechnen sind. Die vollständige Hilfsverweigerung jedoch dürfte zahllose Existenzen vernichten und Menschen erst in die Kriminalität abrutschen lassen. Zahlreiche Lobbygruppen für die Rechte von Sexarbeitern kritisieren das diskriminierende Vorgehen daher scharf.

Düstere Folgen für Japans Sexarbeiter

Ein Vertreter der Cabakura Gewerkschaft, die die Interessen der Erotikbranche in Japan vertritt, sagt dazu: »Insbesondere in der Service-Branche und bei den Berufen in der Abendunterhaltung wird der Einbruch der Umsätze noch heftiger werden. Ohne irgendeinen Ausgleich oder Zuwendungen können wir nur noch darauf warten, dass unser Leben zusammenbricht.«

Trotz dieser drastischen Worte, zeigt sich das Ministerium uneinsichtig. Minister Kato will an der Entscheidung nicht mehr rütteln. Bleibt dies so, stehen Sexarbeiter und Erotikbranche in Japan vor einer schweren Katastrophe.

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